Neuer Meilenstein für Spinnmaschinen

Rieter-Ringspinnmaschine G 38 und Kompaktspinnmaschine K 48

Was bedeutet Spinnen? Spinnen beschreibt den Prozess, bei dem aus Fasern ein Garn hergestellt wird. Ausgangsmaterial sind zum Beispiel Baumwoll- oder Polyesterfasern. Mit Hilfe verschiedener Maschinen werden die Fasern gereinigt, vermischt, ausgestreckt und zu einem Faserbündel zusammengeführt. Um eine gewisse Festigkeit zu erreichen, werden die Fasern auf der Spinnmaschine, der letzten Maschine im Spinnprozess, miteinander verdreht. So entsteht Garn, umgangssprachlich auch Faden genannt. Mit einer weiteren Optimierung im Spinnprozess, genauer gesagt an der Spinnmaschine, hat Rieter nun einen neuen Meilenstein gesetzt.

 

 

G 38 ring spinning machine 89622 Press

Quelle: Rieter

K 48 compact spinning machine ER 1807 92597 Modified 92628 Press

Quelle: Rieter

Für die Ringspinnmaschine G 38 und die Kompkatspinnmaschine K 48 haben die Textil-Experten bewährte Lösungen der jeweiligen Vorgängermodelle weiterentwickelt und gleichzeitig – durch den Einsatz von Synchronmotoren – den Energiebedarf nochmals deutlich reduziert. Die elektronisch gesteuerten Streckwerkantriebe mit Servotechnologie ermöglichen höchste Flexibilität. Die Kunden profitieren von einer leistungsstarken, zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Maschine mit vielfältigen spinntechnischen Lösungen.

Welche Funktionen von KEB stecken dahinter?

Die KEB-Netz-Aus-Funktion gewährleistet bei Unterspannung, etwa bei einem Netzausfall, eine geführte Verzögerung der Antriebe bis zum Stillstand. Dabei schaltet der Hauptmotor in einen Generatorbetrieb.  Mit der kinetischen Energie des rotierenden Spindelantriebes wird die Zwischenkreisspannung des KEB F5-Umrichters gestützt. Bei einem Stromausfall von bis zu zwei Sekunden fährt die Maschine automatisch wieder auf die vorherige Betriebsdrehzahl hoch. Bei längeren Unterbrechungen fährt die Maschine kontrolliert runter. Fadenbrüche werden so vermieden.

Die Rieter-Maschinensteuerung wird aus dem DC/DC-Wandler im KEB-Multiachssystem H6 gespeist. Das Gerät bezieht seine Energie aus dem Zwischenkreis des Umrichters. So kann die Maschine in dieser Konstellation bei einem Netzausfall die Antriebe in einem definierten Drehzahlverhältnis kontrolliert bis zum Stillstand herunterfahren.

Der platzsparende KEB-Aufbau ermöglicht eine optimale Ausnutzung des Schaltschranks. Durch die Sicherheitsfunktion „Safe Torque Off“ (STO) am Spindelantrieb ist der Einsatz eines Netzschützes nicht notwendig. Die Wasserkühlung gewährleistet zudem die optimale Kühlung der Drive Controller und ermöglicht es, den Schaltschrank flusen- und staubdicht auszuführen. Um die Betriebssicherheit der Umrichter zusätzlich zu erhöhen, wurden die Platinen von KEB mit Schutzlack ausgeführt. Durch die Verwendung der EMV-Filter COMBILINE E6 hält die Maschine die EMV-Richtlinie IEC 61800-3-C1/C2 ein.