Mit Automatisierung und Service von Brasilien nach Deutschland

Den Service weiter internationalisieren

„Wir wollten uns verändern, aber ich war zufrieden mit meiner Arbeit für KEB und den Produkten“, sagt Vinicius Taques auf die Frage, warum er mit seiner Familie einen lebensverändernden Umzug von São Paulo ins beschauliche Ostwestfalen unternahm. „Die deutsche Antriebstechnik war ein wichtiger Bestandteil meines Berufslebens bei Brastronic, dem brasilianischen KEB-Partner“, erklärt der Ingenieur für Prozessautomatisierung. „Die Freundschaft zu Christian Olschewski [Serviceleiter bei KEB, d. Red.] hat beides – den Wechsel und die Weiterbeschäftigung bei KEB – möglich gemacht.“

„Vinicius ist natürlich ein tolles Teammitglied. Er kennt nicht nur die COMBIVERT F5 Drives im Detail, er ist auch ein idealer Ansprechpartner für unsere südamerikanischen Kunden“, sagt Christian Olschewski. Doch das ist nicht die Hauptaufgabe: „Er bearbeitet regelmäßig Anfragen von Kunden weltweit.“ Mit seinem Kollegen TanLe Nguyen wird sich der 33-jährige Taques im Team auf die Inbetriebnahme von High-Speed-Anwendungen wie Turbogebläse oder Turbinen mit der SCL- und ASCL-Software konzentrieren. Unter anderem können sich portugiesisch-, spanisch- und englischsprachige Kunden an ihn wenden.

 

Start bei KEB

Taques wurde an einer elektrotechnischen Schule in Brasilien ausgebildet und absolvierte später einen Kurs in Prozessautomatisierungstechnik. Seine Berufserfahrung sammelte er unter anderem bei Brastronic, dem Servicepartner von KEB. „Mein Job dort hatte ein breites Spektrum an Tätigkeiten: Vom Vertrieb über das Management bis hin zur Inbetriebnahme und Reparatur. Ich musste multitaskingfähig sein“, sagt Taques.

 

Durch seine berufliche Tätigkeit hat er Deutschland oft besucht. Auf diese Weise konnte er bereits Land und Leute kennenlernen. Anfang August 2020 zog Vinicius Taques mit seiner Familie nach Deutschland. „Ein Grund war, die Lebensbedingungen für unsere Familie zu verbessern. Zehn Stunden zu arbeiten und drei Stunden täglich zu fahren, war nicht das Leben, das ich für immer führen wollte, vor allem im Hinblick auf die Familie.“ Seine Frau ist Juristin und hofft, in Zukunft in Deutschland als Juristin zu arbeiten oder weiter studieren zu können.

 

Es dauerte einige Jahre, bis sich die Gelegenheit ergab, nach Deutschland zu kommen und eine Stelle bei KEB in Barntrup anzutreten. Sie trafen eine Entscheidung und verkauften alles in Brasilien – ein großer Schritt. Nach den ersten Monaten sagt Taques: „Ich hatte einen tollen Start bei KEB, das Arbeitsklima ist fantastisch. Freunde und Kollegen unterstützen mich.“ Christian Olschewski sagt: „Und er ist einer unserer Experten für alle F5-Anfragen, außerdem kennt er sich auch mit Programmierung und Feldbussystemen bestens aus. Auch die Modernisierung und Verbesserung von alten Maschinen oder Automatisierungssystemen gehört zu seinen Lieblingsaufgaben.“ Er fügt hinzu: „Man merkt, dass er sich in Deutschland mehr und mehr akklimatisiert.“ Dennoch gibt Taques mit einem Augenzwinkern zu: „Wir sind noch dabei, uns an die deutschen Winter zu gewöhnen.“

 

Autorin: Kristin Gabel