Kraftvoll, wenn es schwierig wird

Der Servomotor für verschiedenste Umgebungsbedingungen

Anspruchsvolle Arbeiten, die einen hohen Drehmoment erfordern, sind die Paradedisziplin des Servomotors DL4. Besonders leistungsstark und flexibel in der Anbindung zu Maschinenkonstruktionen, setzt der Motor Maßstäbe. Luca Banfi, Sales & Marketing Manager beim italienischen KEB-Partnerunternehmen Brusatori, erklärt im Interview die Besonderheiten dieses „Kraftpakets“. 

Was unterscheidet die DL4-Motoren von anderen Servomotoren?

Luca Banfi: Die DL4-Motoren sind für sehr hohe Drehmomentanforderungen ausgelegt. Im Vergleich zu den meisten auf dem Markt befindlichen Motoren zeichnen sie sich durch ihre Kompaktheit und die hohen Nenndrehmomente aus, die sie erreichen können. Sie sind leistungsstark und lassen sich an die meisten Maschinen anpassen. Die Möglichkeit, verschiedene Wellenausführungen und verschiedene Arten der Rückführung zu verwenden, erlaubt es, diese Motoren an die individuellen Bedürfnisse des Kunden anzupassen.

In welchen Bereichen wird der Motor eingesetzt und gibt es bestimmte Herausforderungen, für die er besonders geeignet ist?

Gerade für den Einsatz in stark beanspruchten Anwendungsgebieten sind unsere DL4-Motoren sehr gut geeignet. So ist es häufig der Fall, dass Umgebungsbedingungen und der Betriebszyklus der Maschine die mechanische Struktur, die Lager und die Wicklungen belasten. Die DL4-Motoren wurden für Anwendungen in verschiedenen Bereichen entwickelt, von der Windkraftanlage bis zur Metallindustrie, von der Kunststoff- bis zur Holzindustrie. Hierbei handelt es sich etwa um eine Anwendung, bei der das Zusammentreffen von Faktoren wie Temperatur und Feuchtigkeit in Verbindung mit hohen Drehmomentanforderungen die Motoren einer dauerhaft hohen Belastung aussetzt. 

Welche Motorvarianten gibt es und worauf können sich die Nutzer demnächst freuen?

Ausgehend von den verfügbaren mechanischen Varianten können die Bauformen B3 oder B35 in Betracht gezogen werden – mit glatter Welle, mit Passfeder oder Keilverzahnung. In einigen Fällen ist auch die Ausführung mit Hohlwelle möglich. Was den elektrischen Teil betrifft, so sind verschiedene Arten von Wicklungen, Wärmesensoren und Positionssensoren möglich. Nicht zuletzt besteht die Möglichkeit, Motoren mit natürlicher Belüftung oder mit Servolüftung zu haben, wobei letztere Variante ein sehr hohes Nenn- und Spitzendrehmoment garantiert.

Können Sie uns etwas über die Entwicklungsgeschichte des DL4 erzählen?

Die Entwicklung der DL4-Motoren begann vor etwa 20 Jahren, als der Markt Maschinen mit immer höherer Leistung nachfragte. Zunächst begannen wir mit der Entwicklung von Motoren mit hohen Leistungen. Der Markt stellte in der Folgezeit Komponenten mit immer besseren Eigenschaften zur Verfügung. Von hier an machte auch die Entwicklung des Motors selbst einen wichtigen Schritt. Außerdem hat die Entwicklung von Positionssensoren es ermöglicht, immer bessere Ergebnisse bei der Steuerung der Maschinen zu erzielen, in denen diese Motoren eingesetzt werden.

 

Interview: Tim Schöllmann