„Eine gute Bremse oder Kupplung ist applikationsoptimiert“

Wandel schafft Produktinnovationen

Seit gut einem Jahr ist Matthias Kreinjobst bei KEB Automation als Geschäftsbereichsleiter für Bremsen und Kupplungen tätig – der Bereich mit der längsten Geschichte im gesamten Unternehmen. Im Interview berichtet der Wirtschaftsingenieur von Entwicklungen, Neuerungen und besonderen Herausforderungen. Dabei wird klar: Tradition und Innovation stehen bei Bremsen und Kupplungen im Einklang.

Was macht für Sie eine gute Bremse beziehungsweise Kupplung aus?

Eine gute Bremse oder Kupplung ist applikationsoptimiert. Sie erreicht die optimale Balance zwischen Qualität und Kosten für die individuelle Kundenanwendung. Im Fokus steht die professionelle Kundenberatung. Um Kundenanforderungen zu realisieren, setzen wir auf Qualität – sowohl im Produkt als auch im Prozess. Unser Automotive-Qualitätsstandard IATF 16949 verdeutlicht das. Dazu gehören Flexibilität und Geschwindigkeit, die wir durch unser Team und insbesondere durch unsere hohe Fertigungstiefe erreichen.

Welchen Vorteil hat der Kunde von der hohen Fertigungstiefe bei Bremsen und Kupplungen?

Sie ermöglicht uns eine hohe Geschwindigkeit und große Flexibilität. Das heißt konkret für unsere Kunden: Wir liefern schnell die individuell angepassten Musterteile. In von Veränderungen und kürzeren Produktzyklen geprägten Zeiten ist das ein sehr relevanter Faktor. Außerdem punkten wir beim Thema Nachhaltigkeit. Wird vermeiden belastende (Luft-)Frachten von Asien nach Europa. Die Produkte werden für den jeweiligen Markt regional gefertigt. Zusätzlich entspricht KEB dem Umweltstandard ISO 14001.

Mit welchen besonderen Herausforderungen sehen Sie und Ihr Team sich konfrontiert?

Natürlich denke ich an die Covid-Krise mit ihren Marktschwankungen und unseren Rekord-Auftragseingängen im Jahr 2021. Lieferprobleme, die nahezu jeden in der Industrie betreffen, haben wir durch intensive Kunden- und Lieferantenkommunikation in den Griff bekommen. Eine weitere Herausforderung stellt der Wandel der Automotive-Branche hin zur Elektrifizierung der Antriebe dar. Diesem begegnen wir mit einer überarbeiteten Marktausrichtung. Das bedeutet auch: Die Schaffung neuer Produktinnovationen.

In welche Richtung entwickelt sich der Bereich Bremsen und Kupplungen – in der Branche und bei KEB im Speziellen?

Ich möchte es konservativ ausdrücken: Unsere Branche ist wenig geprägt von Disruptionen, wie sie in anderen Technologiefeldern aktuell zu verzeichnen sind. Bei uns sind es die Aspekte „Qualität, Kosten und Zeit“, um die es sich nach wie vor dreht. Die Entwicklungsrichtung hin zu individualisierten Kundenlösungen setzt sich seit Jahren fort. Im Zusammenspiel unserer Geschäftsfelder können wir dahingehend bei KEB mit maßgeschneiderten Systemlösungen die Anforderungen unserer Kunden erfüllen. Durch interne und externe Kooperationen mit Kunden, Lieferanten und weiteren Partnern streben wir neue gemeinschaftliche Lösungen an. 

Sind bereits konkrete Produktneuheiten geplant?

Sowohl im Bereich der Permanentmagnet-Technologie als auch im Bereich der Federkraft-Technologie arbeiten wir an neuen umfassenden Innovationen. Eng begleitet werden diese Neuentwicklungen von einigen langjährigen Kunden. Durch diese frühzeitige Zusammenarbeit bekommen wir wichtigen, gezielten Input und unsere Kunden später die perfekte Lösung.

Sie sind jetzt seit rund einem Jahr bei KEB. Wie fällt Ihr persönliches Zwischenfazit aus?

Ich fühle mich angekommen. Seit dem ersten Tag fühle ich mich in der KEB Kultur wohl – mit einer spannenden Mischung aus bodenständigem Familienunternehmen und modernem internationalem Unternehmensnetzwerk. Die Wurzeln des Familienunternehmens Karl E. Brinkmann spürt man speziell in unserem Geschäftsbereich, in dem vor 50 Jahren die Erfolgsgeschichte von KEB begann. Unsere minimale Personalfluktuation zeugt von hoher Attraktivität als Arbeitsgeber. Dass bei langer Unternehmenszugehörigkeit mitunter eingetretenen Pfade entstehen, ist ganz natürlich. Etablierte Pfade pflegen und wertschätzen und an gezielter Stelle aus gewohnten Bahnen ausbrechen – das ist die richtige Mischung, die zum Erfolg führt. Ein Zeugnis für den Veränderungswillen von KEB ist zum Beispiel KEB NOA im Bereich IIoT. Dahinter verbirgt sich die Chance, traditionellen Geschäftszweigen Inspiration zu neuen mutigen Ideen zu geben.

 

Interview: Tim Schöllmann 

Kontakt

Matthias Kreinjobst - Geschäftsbereichsleiter Bremsen und Kupplungen 

+49 (0) 5263 401- 230

E-Mail: matthias.kreinjobst(at)keb.de