Drei Fragen an…

Tim Aufderheide - Applikationsingenieur Kunststoffmaschinen

Welche Anforderungen stellen unsere Kunden an eine Software für Extruder? Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für KEB?

Unsere Kunden erwarten bei der Automatisierung ihrer Maschine eine Komplettlösung. Dabei gilt es, ein System mit aufeinander abgestimmten Komponenten zu realisieren. Im Bereich Extruder gehen wir bei KEB mit unseren 360°-Lösungen auf diese Wünsche ein. Wir liefern nicht nur die Hardware in Form vom HMI, über die Steuerung und Drives bis hin zu den Motoren, sondern auch die Software inklusive passender Visualisierung. In der heutigen Zeit sind Anwender es von Smartphones und Tablets gewohnt, eine übersichtliche und ansprechende Bedienoberfläche vorzufinden. Bei der Softwareerstellung für unsere HMIs spielen Benutzerfreundlichkeit und intuitive Bedienung eine große Rolle. Dazu zählt auch die Entwicklung einer modernen HMI-Oberfläche, bei der nicht nur die Funktion, sondern auch das Design berücksichtigt wird.

Was steckt hinter unserer Idee?

Die Extrudersoftware besteht aus zwei Projekteilen: einem für die SPS und einem für die HMI-Oberfläche. Beides sind Projektframeworks, an denen der Kunde ansetzen kann, um unser Softwareprojekt um seine gewünschten Features zu erweitern, zum Beispiel ganz einfach über unsere Software COMBIVIS studio HMI. Dies verhält sich ähnlich wie der Umgang mit „Open Source“-Software. Wir erhoffen uns dadurch, den Marktanteil von KEB im Bereich der Steuerungstechnik zu erweitern. Das Angebot von Hardware alleine reicht hierfür allerdings nicht aus. Durch die Kombination aus Hardware mit entsprechender Software bieten wir unseren Kunden Vorteile und heben uns so in der Branche von anderen Lösungen ab.

Welche Innovation und welchen Mehrwert beinhaltet unsere Lösung?

Um Zeit und Kapazitäten in der eigenen Softwareentwicklung zu sparen, kann der Kunde einen bestehenden Softwarekern nutzen, um weitere Funktionen darauf aufzubauen. Durch die Erweiterbarkeit des Projektframeworks ist es möglich, die Maschine mit einer eigenen „Visitenkarte“ zu versehen. So wollen wir kleineren und mittleren Unternehmen die Möglichkeit geben, mit einer Vielzahl an bereits vorab implementierten Features sowie einem modernen HMI-Design, ihre Maschinen auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen, ohne dabei eine komplette Steuerungssoftware erstellen zu müssen.
Darüber hinaus wurde bei der Entwicklung der Softwarelösung für Extruder auf die Einhaltung der Euromap-Standards geachtet, sodass sie durch offene Schnittstellen im Bereich der Industrie 4.0 einsatzbereit ist. Die Maschine kann beispielsweise einfach über einen Router mit dem Internet verbunden werden, sodass Fernwartung und ein Online-Zugriff kein Problem darstellen.