Fahrtreppe 4.0 - mit der KEB Systemlösung

Spätestens seit ihrer Eröffnung im Januar 2017 ist die Elbphilharmonie in aller Munde.

Eines der technischen Highlights ist zweifelsohne die Bogenrolltreppe, die längste in Westeuropa, gleichzeitig wohl die einzige ihrer Art weltweit.

Gebaut wurde dieses einzigartige Meisterwerk vom Fahrtreppenspezialisten KONE. Schon in der Konzeption stellte sich heraus, dass herkömmliche Rolltreppen für diese Geometrie ungeeignet waren. Dort übernimmt üblicherweise ein zentraler Frequenzumrichter die Steuerungsfunktion Starten/Stoppen und die Regelung der Geschwindigkeit.

In der Bogenrolltreppe sind gleich fünf Antriebssteller an einer Treppe am Werk, die in einem überlagerten intelligenten Regelungskonzept koordiniert werden. Dessen Kernaufgaben sind die synchronisierten Bewegungsabläufe und die gleichmäßige Kraftverteilung in der Anlage.
In der praktischen Umsetzung der Steuerungs- und Antriebstechnik in dieser komplexen neuen Anlagenkonzeption brachte KEB seine langjährigen Erfahrungen im Fahrtreppenbetrieb ein. Die überlagerte Systemsteuerung überwacht über die Daten der Umrichter in Echtzeit und sorgt in allen Betriebssituation für synchronen und geschmeidigen Antrieb.

Bereits im Jahr 2008 sind von KEB die Frequenzumrichter COMBIVERT F5 und die Embedded Steuerung COMBICONTROL C5 ausgeliefert worden. Die geplante Bauzeit der Elbphilharmonie wurde erheblich überschritten, ungeachtet der dabei vorhandenen Risiken konnte die finale Inbetriebnahme und Übergabe ohne jede Beanstandung abgeschlossen werden. Für neue Anlagen dieser Art stehen inzwischen die weiterentwickelten Antriebssteller COMBIVERT F6 und die neue  IPC- Steuerung COMBICONTROL C6-SMART (Link zu Video) bereit.

Eine weitere Ergänzung ergab sich nach einigen Monaten im realen Betrieb. Auf Wunsch der KONE-Techniker wurde ein Fernzugriff auf das System eingerichtet. Die passende Lösung bietet der einfach nachzurüstende COMBICONTROL C6- Router, womit auch bestehende Anlagen schnell und wirtschaftlich in Aufgaben und Herausforderungen rund um das Thema Industrie 4.0 eingebunden werden.
Der Zugriff über den Router sorgt dafür, dass berechtigte Personen sich jederzeit auf die Anlage aufschalten  können, Parameter überprüfen oder ggf. sogar das Programm optimieren oder ändern können.
Noch wichtiger ist die Arbeit des Routers im Hintergrund: alle relevanten Betriebsparameter werden aufgezeichnet und zur Analyse des Betriebes herangezogen. Dies ist besonders im Fehlerfall eine unbezahlbare Hilfe in der Ursachenanalyse und Fehlerbehebung.

Mit präventiven Wartungsfunktionen können sich anbahnende Fehlerzustände detektiert und  erkannt werden bevor sie als Anlagenstillstand auftreten. Dazu analysiert der Router kontinuierlich wichtige Betriebsdaten und kann sich abzeichnende Anomalien an den Kundendienst per SMS oder Email übermitteln.

Überall wo Daten gesammelt werden, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Datensicherheit. Ein Teil dazu ist die Sicherheit vor Hackerangriffen. Hierzu wurde COMBIVIS connect nach Vorgaben des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) getestet und zertifiziert.

Ferner stellt sich die Frage, was mit den sensiblen gesammelten Daten passiert. Im Gegensatz zu vielen anderen Lösungen werden die erhobenen Daten nicht in einer Cloud gespeichert, sondern lokal auf dem C6-Router archiviert. Der Anwender bleibt damit auch Eigentümer seiner Daten und kann bewusst entscheiden was damit passiert. Selbstverständlich sind Schnittstellen zu gängigen Datenbanken vorhanden, so dass die Daten problemlos weitergegeben und wenn gewünscht ein Teil von IoT (Internet of Things) und „Big Data“ werden können.

gebäude_combicontrol.jpg
keb_c6_router_e1_m1.jpgRouter E1/M1
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